Kurzbiographien der Karikaturisten

Lesen Sie hier die Lebensbeschreibungen der Karikaturisten in Kurzform:


Karl Arnold  -   Franco Barberis  -   Otto Baumberger  -   L.O. Bellmont  -   Carl Böckli  -   Heinrich Danioth  -   Fritz Gilsi  -   René Gilsi  -   Albert Lindegger (lindi)  -   Robert Lips  -   Jakob Nef  -   Karl Pflüger  -   G. Rabinovitch  -   Jürg Spahr  -  Bil Spira  -  Niklaus Stoecklin  -   Walter Trier  -   Varlin


 

 

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Biographie  Karl Arnold

Karl Arnold  (Neustadt bei Coburg1883 - 1953 München)

Karl Arnold kam als viertes von neun Kindern des Unternehmers Max Oscar Arnold zur Welt.
An der Herzoglichen Gewerbeschule in Neustadt fand er die Grundausbildung zum Zeichnen.
1901 zog er nach München und studierte dort an der Akademie der Bildenden Künste bei Raupp, Löfftz und Franz von Stuck.

Sein reicher Vater unterstützte ihn nicht. So wandte er sich an die Satirezeitschrift Simplicissimus, wo auch bald seine erste Zeichnung veröffentlicht wurde. Bald arbeitete er auch für die "Jugend", im Jahre 1913 durfte Karl Arnold  erstmals ein Titelblatt im Simplicissimus  gestalten.

Nach dem ersten Weltkrieg zeichnete Karl Arnold ab 1922 auch für den Nebelspalter sowie für weitere Zeitschriften. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten arbeitete er für den angepassten Simplicissimus weiter - "er eigne sich nicht zum Widerständler", räumte er später ein.

Karl Arnold gehört neben Olaf Gulbransson und Thomas Theodor Heine zu den bedeutendsten Karikaturisten im deutschsprachigen Raum im 20. Jahrhundert.

Grossmutter Europa. 1923.
Tusche und Deckweiss auf Papier. U.r. mgr. „KA“.

 

Biographie  Franco Barberis

Franco Barberis (Lugano 1905 – 1992 Locarno)

Franco Barberis kam 1905 als Sohn von Pietro Barberis zur Welt. Im Zeichnen zeigte sich sein grosses Talent – und so wählte er als Autodidakt den Beruf des Grafikers.  

Im Jahre 1922 zog er in die Deutschschweiz, wo er bis 1926 als Grafiker bei Bally in Schönenwerd tätig war. 1934 wagte er den Sprung in die Selbständigkeit.
Bei seiner Schwester Elsa Barberis arbeitete er von 1940-1951 als Modeschöpfer, gleichzeitig schuf er viele Karikaturen –  er war u.a. 45 Jahre lang Mitarbeiter des Nebelspalters. Seine Figur Tschutti erfreute lange Jahre die Leserschaft der Zeitung Sport.
Für sein Werk wurde er mit vielen internationalen Preisen geehrt.

Publikationen:

Das Fussballspiel. Zürich, Verlag Jean Frey, 1961

Sport-Prominenzen - Karikaturen in Bild und Wort. Derendingen, Verlag Habegger 1973

Berühmte Zeitgenossen. Rorschach, Verlag Nebelspalter, 1960

Deutschschweizerische Sprichwörter. Rorschach, Verlag Nebelspalter, 1960

Ich schenk dir einen Papagei. Zürich, Bilderbuch für Jugendliche, Verlag Diogenes, 1964

Alle träumen. Aarau/Frankfurt, Verlag Sauerländer, 1972

Wem gehört diese Schweiz? Aarau/Frankfurt, Verlag Sauerländer, 1974

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Tuschzeichnung, unten links signiert, 1929.

Biographie  Otto Baumberger

Otto Baumberger  (1889 – 1961)

Nach Studien in Zürich, München und Paris fand Otto Baumberger im Kunstsalon Wolfsberg in Zürich eine feste Anstellung, er wurde dort sogar künstlerischer Leiter. Doch das waren für ihn zu enge Grenzen, er fand sein künstlerisches Schaffen unvereinbar mit einem festen Arbeitsverhältnis. Und doch kamen vor allem in  Auftragsarbeiten seine grossen Stärken zum Ausdruck: in seiner Werbegrafik, seinen Karikaturen und besonders in seinen Plakaten.

Er ist einer der bedeutendsten Pioniere der Schweizer Plakatkunst. Er war auch Maler, Zeichner, Illustrator und Karikaturist.

In den Jahren 1922 – 1927 arbeitete Otto Baumberger als Bildredaktor des Nebelspalters. Mit seiner professionellen Arbeit wurde er zum Auslöser für den steilen Aufstieg dieser Satirezeitschrift, die schon bald zeitgeschichtliche Bedeutung für die Schweiz bekommen sollte.

Otto Baumberger ist einer der vielseitigsten Künstler der Schweiz.
1931 erhielt er einen Lehrauftrag an der ETH in Zürich und wurde  1947 zum Professor ernannt.
Die grösste Bedeutung aus seinem umfangreichen Schaffen kommt sicher seiner Plakatkunst zu, und – entgegen seiner eigenen Auffassung – den Arbeiten und Betätigungen, die er selbst abfällig als „Auftrags- und Gelegenheitsarbeiten“ bezeichnete.

Die abgebildete Zeichnung ist ein typisches Beispiel aus seiner Arbeit als Karikaturist,
das Originalblatt ist mit seinem eigenhändigen Text bezeichnet.

"Schau, Schau - da kommt Mamma mit meinem Musiklehrer ....  

-  also darum hat sie mir das Strandbad als unanständig verboten..."

Aquarell und Tuschzeichnung um 1925.

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"Juli"

Otto Baumberger (1889 - 1961)

 

Biographie Ludwig Oskar Bellmont

Pseudonym „Rickenbach“

Ludwig Oskar Bellmont ( Basel 1894 – 1945 Zürich)

Ludwig Oskar Bellmont wurde 1894 in Basel geboren. Er war als Grafiker, Zeichner und Maler tätig.

Bekannt wurde er durch seine trefflichen Karikaturen in der Satirezeitschrift „Nebelspalter“, die er unter dem Pseudonym „Rickenbach“ veröffentlichte.
Er war in der Blütezeit dieses Blattes regelmässiger Mitarbeiter und trug mit seinen künstlerischen Beiträgen zum hervorragenden Ruf des Satiremagazins bei.

Ein hervorragendes Beispiel zeigt diese Illustration mit dem handschriftlichen Text des Künstlers:

„Geburtstag?“ –
„Nee, wissense, wir sind hoit einjebirgert worden. Jetzt sind wir Schwaiza und morjen bekommt mein Mann eine feine Stelle im Bundeshaus
.“ 1936.

Tusche, Aquarell und Kohle auf festem Papier. Auf dem oberen Blattrand sig. „Rickenbach“.

Erschienen in der Zeitschrift „Nebelspalter“: 7. Februar 1936.

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„Geburtstag?“

Erschienen im „Nebelspalter“:
7. Februar 1936.

Biographie Carl Böckli 

Carl Böckli  -   "Bö"  (Zürich 1889 – 1970 Heiden AR)

Das schreibt "Bö" über sich selbst:

"Geboren bin ich schon 1889. Seither zeichne ich. Bald ging ich in die Fremde.

Erst 1919 kehrte ich in die liebe Heimat zurück. Da traf ich den Nebelspalter, wurde ihm vorgestellt und arbeitete erst zaghaft, dann eifrig und heiter mit ihm zusammen. Sein mutiger Verleger machte mich neun Jahre später zum Redaktor und sehr stolz.

Ich gelte trotzdem und gern als bescheiden. Ich freue mich andauernd über meine Gabe, mich über Staubiges, Muffiges, Überhebliches so einfach und wohl verständlich äussern zu können. 
Böse bin ich, nach diesseitiger Ansicht, nicht! Ich könnte, wäre es mir oder Ihnen zuträglich, aber sehr wohl ein boshaftes Büchlein über mich selber zeichnen. Das ist ein gutes Zeichen."


„Bö“ lebte immer zurückgezogen in Heiden, er scheute die Öffentlichkeit und wollte seine Ruhe haben. 

Ehrungen stand er skeptisch gegenüber, sogar als ihm die Universität Zürich den Titel eines Ehrendoktors verlieh ("dem Meister der politischen Karikatur, dem humorvollen Poeten, dem mutigen Bekenner und Patrioten in dunkler Zeit")  -  Bö erschien nicht zur Feier, er wollte nicht so sehr im Mittelpunkt stehen. Die Ehrung freute ihn zwar, aber er wollte danach nie als "Herr Doktor" angesprochen werden - das passe nicht zu ihm,  fand er. 

Biographische Daten:

Carl Böckli 

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"bö"  (1889 - 1970)

"Schpekulant"

Tuschfeder, Buntstift und Deckweiss auf festem Papier. U.r. sig. „Bö“.

Biographie  Heinrich Danioth

Heinrich Danioth  (1896 – 1953)

Heinrich Danioth wurde 1896 als Sohn eines Uhrmachers geboren. Obwohl sein Vater keinerlei Verständnis für eine künsterlische Laufbahn aufbrachte, folgte der junge Mann seinem Herzen. 1912 erlernte er in Basel im Atelier von Rudolf Löw die Grundlagen der Kunst und begann 1916 als freier Künstler in Altdorf seine Arbeit. 1920 folgten Aufenthalte in Rom.

Ein wichtiger Wendepunkt in seinem Schaffen brachte das Studium beim befreundeten Maler August Babberger. Er besuchte die Meisterklasse dieses bedeutenden Expressionisten an der Landeskunstschule in Karlsruhe. Eine neue, ausdrucksstarke Formensprache bestimmte fortan sein Werk. 
Er arbeitete auch sehr gerne als kämpferischer Zeichner und Illustrator. So war er während 15 Jahren ein wichtiger freier Mitarbeiter des Nebelspalters. 

Heinrich Danioth gilt mit seinem Werk als Maler, Zeichner, Plakatgestalter und Karikaturist als bedeutendster Künstler der Innerschweiz im 20. Jahrhundert.

Die abgebildetete Karikatur ist ein typisches Beispiel seines Kampfes um Freiheit, Unabhängigkeit und gegen den Faschismus:

"Das Ideal der Berichterstattung." 1934.

Tuschfeder, Spritztechnik, Aquarell und Deckweiss auf festem Papier.

28 cm x 24 cm

Erschienen in der Zeitschrift „Nebelspalter“: 31. August 1934, 60. Jahrgang, Nr. 35, S. 16

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"Wie sie sich die Berichterstattung vorstellten..."

Tusche und Aquarell, 1934

 

 

Biographie Fritz Gilsi

Fritz Gilsi   (Zürich 878 – 1961St. Gallen)

Fritz Gilsi war Maler, Zeichner, Karikaturist und Grafiker. Er wurde am 12. März 1878 in Zürich geboren. 

Nachdem sein Vater als junger Mann in Wien eine Stelle als Lithograph gefunden hatte, zog die Familie bereits 1879 nach Paris. Dort leitete er ein Atelier für Chromolithographie, dies zu einer Zeit, als der grafische Farbdruck noch in seinen Anfängen steckte.

Im Jahre 1895 kehrte die Familie in die Schweiz zurück, nach Zürich.  Der 17-jährige trat nun in die Zürcher Kunstgewerbeschule ein, wo er ausgezeichnete  Lehrer und kunstbegeisterte Mitschüler fand, zum Beispiel den später berühmten Augusto Giacometti.

1897 bildete er sich an der Zeichnungsschule des Gewerbemuseums St. Gallen unter Johannes Stauffacher weiter. Dann trat er in Paris eine Stelle als Industriezeichner für Stoffe und Tapeten an.

Seit 1911 blieb er endgültig in St. Gallen ansässig.  Er war Mitglied der 1903 gegründeten „Walze“, einer Vereinigung von grafisch tätigen Künstlern.  Dort wirkten u.a. auch Giovanni Giacometti, Albert Welti, Eduard Vallet, Ernst Kreidolf und Martha Cunz mit. 
1914 erhielt er  an der internationalen Grafikausstellung in München die bayrische Staatsmedaille, zusammen mit Ed. Vallet, Ferdinand Hodler und Max Buri.

Ab 1922 war Fritz Gilsi Hauptlehrer an der kunstgewerblichen Abteilung der Gewerbeschule St. Gallen. Zugleich zeichnete er als Mitarbeiter der Zeitschrift „Nebelspalter“ Karikaturen. 

 Als Maler stand der Künstler wie viele seiner Zeitgenossen unter dem Einfluss des grossen Vorbildes Ferdinand Hodler. In ihren jugendstilhaften, dekorativen Formen dokumentieren sie den Zeitgeist der Jahrhundertwende in eindrücklicher Weise.

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"Amerikanisch-schweizerische Verhandlungen". 1946.

Tusche, Kohle und Deckweiss auf festem Papier. U.r. sig. „F. GILSI“.

Erschienen im „Nebelspalter“: 2. Mai 1946, 72. Jahrgang, Nr. 18, Seite 5.

Biographie René Gilsi

René Gilsi   (1905  St. Gallen  2002)  

René Gilsi wurde am 31. Mai1905 als Sohn des Malers Fritz Gilsi in St. Gallen geboren.  Künstlerische Ausbildung bei August Wanner an der Kunstgewerbeschule St. Gallen, danach im Jahre 1926 Weiterbildung in Paris. Darauf studierte René Gilsi 1928/29  an der Akademie der Bildenden Künste in Wien.  Es folgte 1930 noch ein Studienaufenthalt  in Holland. 

Neben seiner Malerei begann René Gilsi schon früh seine Mitarbeit als Zeichner von politischen Karikaturen für den  Nebelspalter.  Bereits 1925, also zu Beginn der erfolgreichsten Jahrzehnte dieser Satirezeitschrift, gehörte René Gilsi zu den besten wie auch regelmässigen politischen Zeichnern des Blattes. 

Berühmt wurde Gilsi‘s pointierter Einsatz gegen die Diktatur der Nationalsozialisten und deren Sympathisanten in der Schweiz.

 Auch bei den Themen für einen besseren Schutz der Umwelt war er einer der ersten Mahner und Kritiker. 

René Gilsi betätigte sich auch immer wieder politisch als couragierter Plakatentwerfer.

 

 

 

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"BLICK IN DIE ZUKUNFT. Das Ziel ist dunkel – aber das Seil ist hääl."

Tusche und Deckweiss. Erschienen im „Nebelspalter“: 1. Januar 1932, 58. Jahrgang, Nr. 1, Titelseite 

Biographie   „lindi“

Albert Lindegger  („lindi“)  (Bern 1904 – 1991 Bellinzona)

Albert Lindegger wuchs in Bern auf, besuchte dort die Schulen bis zum Gymnasium. Er erhielt dort den Übernamen „Lindi“, der später sogar zum offiziellen Familiennamen mutierte. Nach der Gewerbeschule in Bern entschloss er sich endgültig für den Beruf des Künstlers.

1926 zog er nach Paris, bildete sich u.a. bei André Lhote weiter. Freundschaften mit Varlin, Alberto Giacometti und anderen entstanden um diese Zeit.

Ende der 20er-Jahre zeichnete er seine ersten Karikaturen für den Nebelspalter und weitere Zeitschriften. Diesen gesellschaftskritischen Arbeiten mass er grosse Bedeutung zu, sie sollten sein Schaffen bis ans Lebensende begleiten.

Die fröhliche Darstellung und der Witz in seinen Bildern darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass Lindi alle Techniken und Stile der Malerei virtuos beherrschte, von der Grafik über die Zeichnung bis zur Skulptur und Sgraffito. Harmonie und Schönheit prägen seine Werke.

Ab 1965 lebte die Familie in Agarone im Tessin. Dort entstand sein bedeutendes Spätwerk, das alle Techniken und Variationen beinhaltet.

 

 

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Lindi, eigentlich Albert Lindegger (1904 - 1991)

"Ich lese Presse!  Collage, unten Mitte sig. „lindi“.

Erschienen im „Nebelspalter“: 1.09.1933, Nr. 35, Seite 3

Biographie  Robert Lips

Robert Lips  (1912 Zürich 1975)

Robert Lips wurde 1912 in Zürich geboren. Schon im Alter von 19 Jahren gewann er einen Plakatwettbewerb des Kaufhauses Globus. Durch diesen Erfolg erhielt er in der Folge den Auftrag, eine prägende Figur für das Unternehmen zu schaffen: so entstand 1932 die berühmte und beliebte Comicfigur des Globi. 1935 erschien das erste Globi-Buch „Globis Weltreise“ und damit eine Erfolgsgeschichte, die im Schweizer Comic-Markt einzigartig ist.

Seiner Tätigkeit als Cartoonist ging ein Architekturstudium in Winterthur voraus. Er war auch ein erfolgreicher Sportler, schuf weitere Comics und war auch als Kunstmaler tätig. Im Jahre 1995 fand in Luzern eine Gedenkausstellung statt.

Zur abgebildeten Karikatur aus unserer Sammlung:

"Der verlorene Sohn"
"Weihnachten: Rückkehr aus dem Warenhaus"

Bleistift und Tusche auf Papier.

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"Der verlorene Sohn"

Biographie  Jakob Nef

Jakob Nef  (1896 Herisau  1977)

Jakob Nef, 1896 in Herisau geboren und aufgewachsen, begann 1911 mit der Ausbildung zum Stickereizeichner. 1913 fand er Arbeit in der Stickereifirma Stauder in St. Gallen. Weil er sich mehr zur Kunst hingezogen fühlte, bildete er sich  1917 an der Gewerbeschule St. Gallen unter August Wanner weiter. 1920-1923 besuchte Jakob Nef die Kunstakademie Stuttgart, dort war er  Schüler von Christian Landenberger. Danach arbeitete er als freier Grafiker und als Kunstmaler in Herisau.

Im Jahre 1923 beteiligte er sich an einem Wettbewerb des Nebelspalters. Mit seiner Arbeit "Festhütte Schweiz" wurde er mit einem Preis geehrt - schon bald kam es zu einer engen Zusammenarbeit. Er prägte mit seinen kompromisslosen, mutigen Karikaturen den Weg dieses Satiremagazins entscheidend mit. Kurz nach der Machtergreifung Hitlers erschien sein Beitrag „Gleichschaltung, den das nationalsozialistisch Regime sofort zum Anlass nahm, den Nebelspalter in Deutschland zu verbieten.

Ab 1941 war Jakob Nef auch als Lehrer an der Kunstgewerblichen Abteilung der St. Galler Gewerbeschule tätig.

Zur abgebildeten politischen Zeichnung aus unserer Sammlung:

Diese Karikatur wurde am 4. Oktober 1940 im "Nebelspalter" veröffentlicht. 

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"Der Verräter"

 

 

Biographie Karl Pflüger

Karl Pflüger  (1884 Basel - 1974)

Karl Pflüger wurde 1884 in Basel geboren. Nach der Gewerbeschule in Basel folgten Studien in München, Florenz und Paris, wo er von 1914 – 1920 ansässig war.

Seit 1920 war er wieder in Basel wohnhaft. Viele Auslandaufenthalte und Reisen prägten diese Zeit, u.a. in Spanien, Frankreich und Italien.

Neben der Malerei schuf er ein grosses Werk an Radierungen und Holzschnitten, ebenso war er als Karikaturist tätig.

Zur abgebildeten politischen Zeichnung aus unserer Sammlung:

"Heimatland wach auf". 1923.
Tusche, Gouache und Deckweiss auf Papier, auf Trägerpapier aufgezogen. U.r. mgr. „K.PF“, 20 cm x 17 cm
Erschienen in der Zeitschrift „Nebelspalter“: 28. Dezember 1923, 49. Jahrgang, Nr. 52, letzte Umschlagseite. 

Titel in der gedruckten Version: „INS NEUE JAHR“. 

Mit ergänzendem Text:
Dies buntgefärbte ernste Helgelein / soll, Eidgenossen, Euch ein Mahner sein. / Verlegt Euch nicht des langen und des breiten / darauf, Euch in Parteien zu bestreiten, …“

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"Heimatland wach auf". 1923

Biographie  Gregor Rabinovitch

Gregor Rabinovitch  (Oranienbaum (St. Petersburg) 1884 – 1958 Zürich)

In Russland geboren, wuchs Gregor Rabinovitch in der Stadt Minsk auf. 1904 besuchte er die Privatakademie Anton Azbé in München. Es folgte ein Architekturstudium in St. Petersburg, sowie weitere Studien.

Ab 1912 lebte er in Paris, heiratete im Jahre 1917 die Malerin Stefanie von Bach in Zürich. Dort liess er sich nieder, wo er 1929 auch das Bürgerrecht der Stadt erhielt.

Ab 1922 arbeitete er regelmässig für den Nebelspalter, für den er während Jahrzehnten einer der wichtigsten Mitarbeiter blieb. Seine sozialkritischen Arbeiten gehören zum Besten im Kampf gegen den Faschismus und die Unterdrückung im 20. Jahrhundert.

In den Jahren 1918-1925 wohnte er im Künstlerhaus Letten, wo u.a. auch Max Gubler, Ignaz Epper, Otto Morach und Karl Geiser arbeiteten.

Gregor Rabinovitch gehört mit seiner Grafik und seinen Zeichnungen zu den wichtigsten Expressionisten der Schweiz.

Zur abgebildeten politischen Zeichnung aus unserer Sammlung:

Russisches Ballett

"Es denkt vielleicht der Optimist
dass dies ein harmlos Tänzchen ist,

Von nah besehen jedoch ist's - ganz
ein regelrechter - Totentanz."

Tuschzeichnung 1922, erschienen im Nebelspalter, Nr. 21, Seite 10 (ganzseitig).

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"Russisches Ballett", 1922

Biographie Jürg Spahr

Jürg Spahr  (Catania 1925 – 2002 Basel)

Geboren wurde Jürg Spahr 1925 in Catania in Sizilien, als Sohn einer Schweizer Kaufmannsfamilie. Zu Beginn des zweiten Weltkrieges kehrte die Familie 1939 in die Ostschweiz zurück. Bereits 1943 publizierte er seine ersten satirischen Zeichnungen.
Von 1945 – 1948 studierte er Rechtswissenschaften. Schliesslich wählte er ab 1948 den Beruf eines freischaffenden Karikaturisten und Grafikers. Rasch erfolgreich, trat er auch in Kabaretts auf, erhielt zahlreiche Ehrungen und Auszeichnungen. Bekannt wurde er besonders als Mitarbeiter des Nebelspalters, der National-Zeitung und  „Die Woche“.

Jürg Spahr war Mitbegründer des Karikatur & Cartoon Museums in Basel. Als erster Kurator bestimmte er die Ausrichtung des Museums von 1978-1995.

Zur abgebildeten politischen Zeichnung aus unserer Sammlung:

Doppelgänger gesucht
"Der nächste Herr bitte!"

Lavierte Tuschzeichnung und Collage, 1944. Mit eigenhändigem Text auf der Rückseite:

"Beim Attentat auf Hitler am 20. Juli 44 kam sein Double Berger, der Hitler oft vertrat, um Leben."

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"Doppelgänger gesucht", 1944

Biographie  Bil Spira

Bil Spira  (Wien 1913 – 1999 Puteaux bei Paris)

Bil (eigentlich Wilhelm) Spira, wurde 1913 in Wien geboren. Er zeichnete schon als Schüler für Arbeiterzeitungen, besuchte dann die Kunstgewerbeschule Wien. 1935 kam er als Zeichner zum „Sonntag“, wo er auch gemeinsam mit Jura Soyfer Bildreportagen schrieb.

1938 kam er in Gestapo-Haft, im August gelang ihm die Flucht nach Frankreich, wo er den Namen „Bill Freierannahm. In Paris Zusammenarbeit mit Friedrich Torberg für die Exilzeitschrift „Österreichische Post“, gleichzeitig sandte er zeichnerische Beiträge an den Nebelspalter. 1939 wurde er als „feindlicher Ausländer“ interniert, 1940 floh er nach Marseille.
Im von Varian Fry vertretenen „Emergency Rescue Committee“ fälschte er Pässe und Urkunden für viele Emigranten. Durch Spitzel verraten, wurde er 1941 verhaftet und an Deutschland ausgeliefert. Es folgte eine schreckliche Zeit in verschiedenen Konzentrationslagern – zuletzt in Buchenwald und Theresienstadt.

Nach der Befreiung arbeitete Spira weiter als Cartoonist für den Nebelspalter und französische Zeitschriften, u.a. für „Jours de France“.

Spiras erster Brief nach Kriegsende an den Nebelspalter:

"Lieber Nebelspalter, bitte entschuldige die lange Pause in meiner Mitarbeit. Ich war deportiert. Hier bin ich wieder und sende in der Beilage mein erstes Blatt seit der tausendjährigen Unterbrechung."

Er blieb bis 1977 als freier Mitarbeiter beim Nebelspalter.

Unter dem Titel „Ridiculum vitae“ hat Bil Spira 1983 seine Autobiographie verfasst.

Im Jahre  1997 erschien das Buch „Bil Spira – Die Legende vom Zeichner“.

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"Die freudlose Gasse"

Aquarell, gezeichnet am 30. März 1947. 

 

 

Biographie  Niklaus Stoecklin

Niklaus Stoecklin  (1896 Basel - 1982)

Niklaus Stoecklin wurde 1986 als Sohn eines Kaufmanns in Basel geboren. Bei seinem Onkel, dem bekannten Maler Heinrich Müller, lernte er das Handwerk des Kunstmalers. 1914 besuchte er die Kunstgewerbeschule in München, musste aber wegen des beginnenden Krieges wieder nach Basel zurückkehren. Aufgrund seiner grossen Begabung erhielt er erste Aufträge zur Plakatgestaltung.

Es folgten Reisen nach Tunesien, Aufenthalte im Tessin, wo auch seine Freundschaft mit dem Kunstsammler Georg Reinhart aus Winterthur begann. Zusammen mit Albert Müller zog er 1920 in die Toscana, wo er unter dem Einfluss Müllers grosse, abstrahierte Kompositionen malte.

Danach kehrte er zu seinem präzisen Stil der „Neuen Sachlichkeit“  –   genauer: zum  „Magischen Realismus“, zurück. Er ist der bedeutendste Maler aus der Schweiz in dieser Stilrichtung.

Niklaus Stoecklin ist auch einer der wichtigsten Plakatgestalter und Werbegrafiker der Schweiz.
Für den Nebelspalter zeichnete er als freier Mitarbeiter Karikaturen.

Zur abgebildeten politischen Zeichnung aus unserer Sammlung:

"Die Rheinhafenfrage." 1922.
Tuschfeder, Aquarell und Deckweiss auf dünnem Papier. O.r. sig. „NIKI“. Bild: 25 cm x 18 cm

(Erschienen im „Nebelspalter“: 2. Mai 1922, 48. Jahrgang, Nr. 18, Titelseite )

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"Die Rheinhafenfrage." 1922.

Biographie Walter Trier

Walter Trier  (1890 - 1951)

Geboren wurde Walter Trier am 25. Juni 1890 in Prag. Nach der Kunstgewerbeschule studiert er in München bei Franz von Stuck.

Bereits 1909 erscheinen erste Zeichnungen von ihm im Simplicissimus und in der Jugend. Bald folgt ein Angebot von Otto Eysler, als Pressezeichner für die „Lustigen Blätter“ zu arbeiten. Gleichzeitig arbeitet er für die Magazine „Uhu“ und „Die Dame“. Er wird zu einem der populärsten Zeichner Deutschlands. 1929 beginnt die Zusammenarbeit mit Erich Kästner als Illustrator seiner Bücher. Diese Verbindung dauert über ein Vierteljahrhundert an.

Als die Nationalsozialisten die Macht übernehmen, läuft seine Zeit in Deutschland ab. Er findet 1936 in England Zuflucht. Im Magazin „Lilliput“ zeichnet er 1937 das Titelblatt, später gestaltet er politische Flugblätter, die über den besetzten Gebieten abgeworfen werden.

1947 werden Walter und Helene Trier britische Staatsbürger. Sie folgen schliesslich  ihrer Tochter nach Kanada, wo er u.a. seine Zusammenarbeit mit Erich Kästner fortsetzt.
Im Juli 1951 stirbt er in seinem Atelier.

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"Ein gemütlicher Raum"
Tusche und Aquarell, um 1935.

Biographie  Varlin

 Varlin (eigentlich Willy Guggenheim, 1900 – 1977)

Geboren wurde Varlin im Jahre 1900 in Zürich. Nach dem Tode seines Vaters zog die Familie nach St. Gallen. Er besucht dort die Kantonsschule, absolviert dann eine Lehre im lithographischen Atelier Seitz. Nach dieser Ausbildung wechselte er in die kunstgewerbliche Abteilung der Gewerbeschule St. Gallen unter August Wanner.

Bereits in den 20er-Jahren betätigt sich der Künstler auch als Karikaturist, besonders für die satirische Zeitschrift „Nebelspalter“. Oft signierte er seine Beiträge mit „Willy“ oder „Willy Guggenheim“ – diese frühen Arbeiten zeichnen sich bereits durch ihre unkonventionelle Art und ihre künstlerische Sicherheit aus.

1921 zieht Varlin nach Berlin an die Staatliche Kunstgewerbeschule, 1923 nach Paris für weitere Studienaufenthalte. Dort trifft er den Kunsthändler Leopold Zborowski, seinem Entdecker und Mäzen, der ihm zum Künstlernamen „Varlin“ rät.

1932 kehrt er nach Zürich zurück, wo er bis in die 60er-Jahre wohnhaft bleibt. Freundschaft mit den Schriftstellern Friedrich Dürrenmatt und Hugo Lötscher.

Das Kunsthaus Zürich widmet ihm im 60. Lebensjahr eine Ausstellung.
Varlin stirbt 1977 in Bondo im Bergell. 

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"Mir hat Mutti Baden verboten, weil mein Badeanzug immer nass wird."

Tusche auf Papier, Collage (mit Nadel befestigt). Um 1930.