Biographie Charles Hug

Charles Hug (St. Gallen 1899 - 1979 Zürich)

Charles Hug – eigentlich Karl Hug - wurde am 22. Juni 1899 in St. Gallen geboren. Sein Vater wirtete im Gasthaus „Zum Zeughaus“ mitten in der Altstadt. Eine angefangene Lehre als Maschinenmeister brach Charles Hug ab. Lieber mühte er sich tagsüber bei der Arbeit auf einer Baustelle in Mörschwil ab, um sich so den Besuch von Abendkursen an der Gewerbeschule St. Gallen zu ermöglichen. Anfänglich noch im bautechnischen Departement der Schule eingeschrieben, wechselte er schon bald ins dekorative Fach. Mit 22 Jahren folgte ein Aufenthalt in Genf. Nur zwei Jahre später, 1923, zog es Charles Hug über die Landesgrenzen hinaus nach Berlin.

In Berlin traf Charles Hug auf Werke der Künstlerin Käthe Kollwitz, welche ihm stark imponierten. Auch spätimpressionistische Arbeiten der Berliner Sezessionisten bekräftigten den jungen Künstler in seinem Schaffen. Für die derbe und satirische Kunst eines Georg Grosz oder Otto Dix konnte er sich wiederum wenig erwärmen. Deren brutaler Verismus entsprach nicht seiner Vorstellung von Kunst.

Um sich in der deutschen Grossstadt über Wasser zu halten, arbeitete Charles Hug als Pressezeichner für Theater- und Varietéaufführungen. Er war Mitarbeiter der Illustrierten „Kunst und Künstler“ und „Querschnitt“.
Im Jahr 1925 reiste Charles Hug erstmals nach Paris. Diese Reise ermöglichte ihm ein Stipendium des Winterthurer Mäzens Oskar Reinhart. Nur ein Jahr später übersiedelte er definitiv an die Stadt an der Seine. In Frankreich studierte Charles Hug die Werke alter Meister und kam zugleich in Kontakt mit Werken grosser Zeitgenossen wie Picasso, Matisse, Rouault und Cézanne.

Charles Hug malte am liebsten Porträts, Bilder von Clowns, Pferderennen sowie Landschaften. Diesen favorisierten Bildthemen blieb er grösstenteils in seinem ganzen Schaffen treu. Nach einer ausgedehnten Reise durch Südfrankreich und Tunesien folgte im Jahr 1928 Charles Hugs erste grössere Ausstellung im Kunsthaus Zürich - wenngleich nicht als Einzel-, sondern als Teil einer Gruppenausstellung. Erste Erfolge blieben nicht aus: Charles Hug's Bilder wurden gekauft, Porträtaufträge erreichten ihn, seine Werke wurden in Ausstellungen in Paris und New York neben Arbeiten von Pablo Picasso und Henri Matisse gezeigt.

Die Vermählung mit der Musikerin Renée-Elisabeth Walz im Jahr 1934 markierte zugleich das Ende des Paris-Aufenthaltes des Künstlers. Das Paar liess sich in Zürich nieder. Trotz der Rückkehr in die Schweiz, blieb die Ausstellungstätigkeit Charles Hug's intensiv und international. Von 1940 bis 1945 absolvierte Charles Hug seinen Militärdienst als Zeichner im Armeestab.

Nur einen Tag vor der Eröffnung seiner ersten Einzelausstellung im Kunsthaus Zürich - am 7. Mai 1979 - starb Charles Hug im Alter von knapp 80 Jahren.

Charles Hug hinterliess nicht allein Gemälde, sondern auch Zeichnungen und grafische Arbeiten. Insbesondere das Illustrieren von Büchern – meist klassische Werke der französischen Literatur – mochte er. Er bevorzugte die Technik der aquarellierten Federzeichnung und setzte sich intensiv mit dem Spiel von Licht und Farbe auseinander.

Innerhalb seines Schaffens können verschiedene Zeitabschnitte aufgezeigt werden: Inspiriert von frühen Arbeiten Pablo Picassos begann Charles Hug ungefähr ab dem Jahr 1929 mit einer gedämpften, zurückhaltenden Farbpalette zu malen, seine Bilder erhielten einen kalkigen, weichen Ausdruck. Bilder dieser Prägung wurden in der Folge unter der Bezeichnung „Silbergraue Periode“ zusammengefasst. Später widmete sich Charles Hug – nunmehr von der Kunst Paul Cézannes inspiriert – einer nachimpressionistischen Malerei, die besonderes Augenmerk auf Farbigkeit legte und mitunter ein bewegtes Aussehen aufweist.

Die Erfahrung des Zweiten Weltkriegs liess Charles Hug hell und dunkel kontrastieren sowie einen expressiveren Stil aufgreifen.
Nach dem Jahr 1945 kehrte der Künstler ganz bewusst allem Dunklen und Bedrückenden den Rücken und gab sich förmlich einem Farbenrausch hin.