Biographie Ferdinand Gehr

Ferdinand Gehr (Niederglatt bei Oberuzwil 1896 - 1996 Altstätten)

In seiner Schaffenszeit von über sieben Jahrzehnten (!) schuf F.G. bedeutende sakrale Werke, Fresken, Glasmalereien - er wurde aber auch berühmt durch seine Landschaften in Tempera, die Blumenaquarelle und seine zahlreichen bemerkenswerten Farbholzschnitte (Handdrucke).

1911-1922 erfolgt die Ausbildung zum Stickereizeichner. Im Jahre 1914 wird er Schüler des St. Galler Malers August Wanner an der Gewerbeschule in St. Gallen. Er vertieft sich in dieser Zeit besonders in die Arbeiten von Emil Nolde.

Die 20er-Jahre bilden die eigentliche Grundlage seiner künstlerischen Entwicklung. Die Studienaufenthalte in Paris (bei André Lhote), in Deutschland und Italien (Freskotechniken in Florenz) geben ihm eine solide Bsis für sein Lebenswerk.

Nach dem Bezug seines eigenen Ateliers in Niederglatt folgten viele öffentliche Aufträge für Wandbilder, sowie Glasmalereien in Kirchen , die ihn aber in seiner Kreativität keineswegs hinderten - im Gegenteil. Er setzte sich in dieser Zeit besonders mit den Werken des deutschen Expressionismus auseinander, wie auch mit den Arbeiten von Cézanne, Picasso, Henri Matisse und Jean Arp, mit dem ihn später eine persönliche Freundschaft verband.

1938 heiratete er Mathilde Mazenauer und zog nach Altstätten, wo er bis zu seinem Lebensende ansässig war.

Ferdinand Gehr ist der bedeutendste Erneuerer der sakralen Kunst im 20. Jahrhundert.
In einfachsten Formen stellt er das Wesentliche des Humanismus und des Glaubens dar. In unmittelbar verständlicher Farbsymbolik zeigt F.G. das Geheimnis unseres Daseins - seine Farben lassen uns die Kraft und die Liebe Gottes zu den Menschen fühlen. Zwar christlich orientiert, sind alle seine Werke aber ein Ausdruck für die Nächstenliebe, die in allen Religionen den Ursprung und die Quelle bildet.

Die Liebe zu allen Formen der Schöpfung, wie wir sie in seinen farbenfrohen Blumenaquarellen sehen, sowie in den auf einfachste Formen reduzierten Landschaften - am eigenständigsten aber in seinen sakralen Arbeiten - machen Ferdinand Gehr zu einem herausragenden bildenden Künstler des 20. Jahrhunderts.