Biographie Gottardo Segantini

Gottardo Segantini (Pusiano 1882 - 1974 Maloja)

Der Künstler Gottardo Guido Segantini wurde am 25. Mai 1882 in Pusiano geboren. Sein Vater war der weltberühmte Alpenmaler Giovanni Segantini. Seine Mutter Bice Bugatti war die Schwester des Möbelentwerfers Carlo Bugatti. Auch ohne Trauschein waren Gottardo Segantinis Eltern sehr glücklich miteinander. Sie boten ihren drei Söhnen sowie ihrer Tochter – Gottardo war ihr ältestes Kind – eine liebevolle Kindheit.

Im Jahr 1894 – fünf Jahre vor dem Tod des Vaters - zog die Familie Segantini nach Maloja ins Chalet Kuoni. Das bündnerische Dorf sowie das Haus bildeten fortan das Zuhause Gottardo Segantinis. Der Künstler blieb dort bis zu seinem Lebensende wohnhaft. Das Zimmer, welches seinem Vater zu Lebzeiten als Bibliothek diente, wurde durch Gottardo Segantini zum Atelier umfunktioniert.

Gottardo Segantinis künstlerische Ausbildung erfolgte einerseits durch seinen berühmten Vater, andererseits als Akademieschüler in Mailand. Zudem erhielt er Unterricht durch den Zürcher Kunstmaler Hermann Gattiker.

Mit Sicherheit wurde sein Stil wesentlich durch das Schaffen des Vaters geprägt, seine Werke zeigen klar die künstlerische Nähe zu Giovanni Segantini. Beide Künstler einte die tief empfundene Verbundenheit mit dem Engadin, dessen Landschaften in zahlreichen ihrer Gemälde festgehalten wurden.

Die intensive Auseinandersetzung mit dem Divisionismus, die Faszination der wissenschaftlichen Zusammensetzung von Licht und Farbe, die Giovanni Segantinis Werk so einzigartig erscheinen lassen, lebte in den Arbeiten des Sohnes weiter. Das flirrende Spiel von Helligkeit und Kolorit, ist auch für die Werke Gottardo Segantinis typisch: Er gab die Schönheit des Oberengadins in Licht erfüllten, leuchtenden Landschaften wieder.

Abgesehen von seiner malenden Tätigkeit befasste sich Gottardo Segantini mit der Kunst des Radierens. Auch hier wählte er bewusst den Bezug zum Vater: Neben eigenen Arbeiten benutzte er häufig Gemälde seines Vaters als Sujets für seine Radierungen und führte so den Weg von Giovanni Segantini weiter.

Gottardo Segantini gehörte zu denjenigen Künstlern, die sich auch schreibend mit ihrem Métier auseinandersetzten. Als eigentlicher Kunstschriftsteller verfasste er unter anderem eine Biographie seines Vaters.
Am 16. Juni 1974 starb Gottardo Segantini in Maloja.