Biographie Hans Zeller

Hans Zeller (Waldstatt 1897 - 1983 Teufen AR)

Hans Zeller wurde im Jahre 1897 in Waldstatt im Kanton Appenzell Ausserrhoden geboren. Seine Eltern betrieben den «Ochsen» - eine Wirtschaft und Metzgerei zugleich. Als ältestes von acht Kindern sollte Hans Zeller in die Fussstapfen der Eltern treten. Der Sohn, dessen zeichnerisches Talent sich bereits in jungen Jahren offenbarte, hegte jedoch andere Pläne: Mit sechzehn Jahren entschloss er sich zu einer fünfjährigen Ausbildung zum Stickereientwerfer in St. Gallen.

Im Jahr 1920 – Hans Zeller weilte in Genf um Französisch zu lernen und sich dadurch optimal auf eine ihm offerierte Stelle als Stickereizeichner in Paris vorzubereiten - entschied er sich definitiv, Kunstmaler zu werden. Er bestand nicht nur die Aufnahmeprüfung an die „École des Beaux-Arts“ in Genf, sondern erhielt zudem im Verlaufe seines Studiums mehrere Auszeichnungen. Das Wissen um diese Erfolge führte schlussendlich zu einem Umdenken bei Hans Zellers Eltern: Fortan unterstützten sie den Sohn in seinen künstlerischen Bestrebungen. So nahmen sie auch dessen Studium in Paris an der „École nationale supérieure des Beaux-Arts“ wohlwollend zur Kenntnis.

Hans Zeller verfeinerte in Frankreich sein Wissen um die Ölmalerei und beendete sein Studium im Jahr 1922 mit dem Erhalt des Diploms. Nach einem ausgedehnten Aufenthalt in Florenz kehrte der Künstler in seine Heimat zurück.

Im Jahr 1924 heiratete Hans Zeller Hedwig Tanner. Gemeinsam zog das Paar nach Herisau – in den Heimatort Hedwigs. Durch zahlreiche Ausstellungen im Raum Ostschweiz gelang es Hans Zeller, sich als Künstler in der Region zu etablieren. Kritiken fielen zu seinen Gunsten aus, immer zahlreicher erreichten ihn Porträtaufträge. Im Alter von dreissig Jahren wurde Hans Zeller Vater einer Tochter namens Angela.

1934 fällte Hans Zeller einen Entschluss: Er wollte sich in Zukunft künstlerisch ganz seiner Heimat – dem Appenzellerland und seinen bäuerlich geprägten  Bewohnern – verschreiben. Obwohl Hans Zeller vom Landleben und dem Bauernstand fasziniert war, blieb er doch ein Aussenseiter. Er pflegte einen durchaus bürgerlichen Lebensstil und blieb stets auf Distanz. Erst die Zeit des Zweiten Weltkriegs ermöglichte ihm eine eigentliche Annäherung an die „einfachen Leute“: Soziale Unterschiede traten für einmal in den Hintergrund. Im Jahr 1947 übersiedelte die Familie Zeller nach Teufen. Von nun an verbrachte Hans Zeller bei schönem Wetter jede freie Minute malend in der Natur.
Hans Zeller arbeitete in zwei Genres: Er war zugleich Landschaftsmaler und Porträtist. Besonders durch seine Darstellung von Appenzeller Charakterköpfen erlangte er Popularität. Er malte im besten Sinne eigentliche Heimatbilder, die einer Sehnsucht nach Tradition und nach einer intakten Welt in einer immer komplexer werdenden, modernen Wirklichkeit stattgaben. Hans Zeller wurde zum Botschafter und Hüter der traditionellen Werte und der bäuerlichen Kultur des Appenzellerlands. Er war stolz auf die Schönheit seines Heimatkantons und bewunderte die Werte der bäuerlichen Leute dieser Region.

Hans Zellers Popularität als Maler war gross, aber nicht uneingeschränkt. Während er auf der einen Seite von den Bauersleuten geliebt und vom Bürgertum geschätzt wurde, erhielt er andererseits keinen grossen Zuspruch aus der damaligen Kunstszene. Reproduktionen seiner Gemälde - die Originale waren zu teuer! – wurden zum Bestandteil vieler ländlicher Haushalte. Hans Zeller bestritt den Lebensunterhalt seiner Familie hauptsächlich mit den Einnahmen aus Porträtaufträgen gutbürgerlicher Familien.

Hans Zeller kümmerte sich nicht um die aktuellen Modeerscheinungen der zeitgenössischn Kunst. Seine Welt ist das Appenzellerland, seine Liebe gehört diesen Menschen und dieser Landschaft.

Durch seine emotionale Nähe zum Volk gelangen ihm unnachahmliche, zeitlose Charakterdarstellungen.  Aber er besass auch die grosse Gabe, die erhabene Schönheit seines Landes und den Zauber der Stimmungen in seinen Bildern wiederzugeben. Wer ein Gemälde von Hans Zeller besitzt, behält es oft  für immer in seiner Nähe.

Hans Zeller malte naturalistisch, geprägt von der klassischen, französischen Schule, die ihm in Paris vermittelt wurde. Er stellte hohe Ansprüche an sich selbst hinsichtlich der künstlerischen Technik. Die eigentliche Formel und das Prinzip hinter den Arbeiten Hans Zellers ist eine Kombination volkstümlicher Bildthemen mit einer äusserst kultivierten Maltechnik. Insbesondere nach dem Jahr 1950 gelang es dem Künstler, einen weichen, einzigartigen Ausdruck in seine Landschaftsbilder zu projizieren, der seinen Bildern eine ganz besondere Qualität verleiht.
Hans Zeller starb im Alter von 86 Jahren, 1983 in Teufen.