Biographie Ignaz Epper

Ignaz Epper (St. Gallen 1892 - 1969 Ascona)

Ignaz Epper wurde am 6. Juli 1892 in St. Gallen geboren. Er verbrachte seine Kindheit und Jugend in einfachen Verhältnissen. In den Jahren von 1908 bis 1912 liess er sich an der Gewerbeschule St. Gallen zum Stickereizeichner ausbilden. Bei dieser Gelegenheit traf Ignaz Epper auf Mitschülerinnen und Mitschüler wie Sophie Täuber, Sebastian Oesch, sowie auch Theo Glinz.

Nach durchlaufener Rekrutenschule fand Ignaz Epper einen Posten als Entwerfer bei der Firma Selig in St. Gallen. Kurzerhand sandte ihn sein Arbeitgeber nach Berlin, wo er fortan Modeskizzen fertigte. In der Freizeit aber genoss er es, seine Eindrücke von der Grossstadt festzuhalten. In Berlin fiel denn auch Ignaz Eppers definitiver Entscheid, sich fortan als Künstler seinen Lebensunterhalt zu verdienen und damit gegen den Willen seiner Familie seinen eigenen Weg zu gehen. Fest entschlossen kündigte er also seine Stelle und brach gemeinsam mit dem befreundeten Sebastian Oesch zu einem mehrmonatigen Aufenthalt in die deutschen Städte Weimar und München auf.

Seinen herausragenden Zeichnungen hatte Ignaz Epper es nach seiner Rückkehr in die Schweiz zu verdanken, ein eidgenössisches Kunststipendium zu erhalten. Erste Holzschnitte entstanden. Zum Abschluss des Jahres 1913 begann der junge Künstler eine Lehre zum Lithographen bei der Firma Seitz in Zürich. Lediglich ein gutes halbes Jahr später, im August 1914, wurde er jedoch als Folge des Ersten Weltkriegs zum Grenzdienst einberufen. Ignaz Epper fühlte sich durch die Kriegsereignisse künstlerisch herausgefordert: Zahlreiche Arbeiten, die während seiner Diensturlaube entstanden, zeugen von seiner ausserordentlichen Produktivität in dieser schwierigen Zeit.

Im Jahr 1916 schloss der Künstler die wichtige Bekanntschaft mit dem Zürcher Kunsthändler und späteren Mäzen Han Coray, der als erster die hohe Qualität seiner Kunst erkannte und förderte. Auch die Begegnung mit dem Künstler Fritz Pauli im selben Jahr blieb nicht ohne Folgen: Eine lebenslange Freundschaft zwischen den beiden Künstlern entwickelte sich. Drei Jahre später vermählte sich Ignaz Epper mit der Holländerin Mischa van Ufford. Der feste Wohnsitz des Paars stellte bis ins Jahr 1932 Zürich dar, danach folgte ein Umzug nach Ascona. Immer wieder begab sich Ignaz Epper aber auch auf Reisen. Zu seinen bevorzugten Aufenthaltsorten zählten neben Ascona auch Arosa, Paris und nicht zuletzt das pyrenäische Dorf Collioure. Ignaz Epper nahm regelmässig an Ausstellungen teil und verkehrte in Künstlerkreisen, wo er beispielsweise Bekanntschaft mit dem Künstler Johann Robert Schürch schloss.

In den Jahren vor seinem Tod setzte sich Ignaz Epper mit den Botschaften C. G. Jungs und denjenigen des Eranos–Kreis in Ascona auseinander. Er arbeitete an seinen Bildern längst nicht mehr mit dem inneren Feuer und dem Antrieb wie in der ersten Zeit seiner Künstlerkarriere. Am 12. Januar 1969 schied Ignaz Epper freiwillig aus dem Leben.

In den Bildern Ignaz Eppers werden insbesondere religiöse und sozialkritische Themen aufgegriffen. Man findet aber auch weibliche Akte, Landschaften, Stillleben, sowie zahlreiche Portraits. Epper war Maler, Zeichner und Grafiker. Für seine ausdruckstarken Zeichnungen in Kohle und Kreide, sowie für seine grossartigen Holzschnitte erfährt er besondere Beachtung. Ignaz Epper bediente sich in seinem Schaffen einer emotionalen, stilisierenden Formgebung. Besonderes Augenmerk legte er auf die Rolle des Lichts.

Als Konstante inhaltlicher Natur erweisen sich Gewalt und Leiden in Eppers Werk. Dabei spielt es keine Rolle, ob nun eine biblische Szene, der Krieg, die Grossstadt oder ob vielleicht sogar ein Pferd in seinen Bildern thematisiert wird: Bedrohung, menschliches Leid, aber auch Hoffnung prägen sein ganzes Oeuvre. Zentralster Bildgegenstand blieb in seinen Zeichnungen jedoch meist die menschliche Figur.
Zeit seines Lebens stand er immer auf der Seite der Opfer und der Schwachen.

Ignaz Epper gehört zu den bedeutendsten Expressionisten der Schweiz.