Biographie Max Gubler

Max Gubler (1898 Zürich 1973)

Max Gubler wurde am 26. Mai 1898 in Zürich geboren. Er hatte zwei ältere Brüder, Eduard und Ernst, die wie er eine Laufbahn als Künstler einschlagen sollten. Insbesondere zu Ernst pflegte Max Gubler stets ein enges Verhältnis: Ernst interessierte sich zeitlebens für die Arbeiten des Bruders und diskutierte mit ihm kunsttheoretische Fragen.

Als Sohn eines Dekorationsmalers wurden Max Gubler schon früh die Grundlagen des Kunsthandwerks vermittelt. Trotzdem bestanden die Eltern auf einer Ausbildung zum Primarlehrer am Seminar in Küsnacht. Max Gubler fügte sich dem Willen der Eltern von 1914 bis 1918  –  kurz vor den Abschlussprüfungen verliess er allerdings das Seminar, um sich ganz der Kunst zu widmen.

In der Folge besuchte Max Gubler Kurse an der Kunstgewerbeschule sowie an der Zeichenschule Rheingold. Er verkehrte im Café Odeon, dem Treffpunkt der Intellektuellen in Zürich. Schon bald schloss er wichtige Bekanntschaften: So lernte er den Kunsthändler und Sammler Han Coray kennen, welcher ihm später durch seine zahlreichen Erwerbungen für eine gewisse Zeit ein Leben frei von finanziellen Sorgen ermöglichte. Auch in Gotthard Jedlicka traf er auf einen grossen Liebhaber seiner Malerei. Zudem machte er Bekanntschaft mit immigrierten Kunstschaffenden aus Deutschland, knüpfte Kontakte und baute sich so ein wichtiges Netzwerk auf. Die Lyrikerin Else Lasker-Schüler vermittelte ihn beispielsweise an den Berliner Galeristen Paul Cassirer: Im Jahr 1920 zog es Max Gubler in die deutsche Metropole.

Obwohl Max Gubler 1922 ein Studio in Zürich bezog, zog es ihn doch weiterhin in die Ferne: Er verbrachte mehrere Monate in Florenz und lebte dann zwischen 1923 und 1927 überwiegend auf der süditalienischen Insel Lipari. Im Jahr 1927 heiratete Max Gubler Maria Gronenschild, deren Bekanntschaft er bereits sieben Jahre zuvor machte. Noch immer wurde der Künstler nicht sesshaft. Die Jahre zwischen 1930 und 1937 verbrachte er in der Weltstadt Paris und dem angrenzenden Montrouge. Max Gubler betätigte sich dort nicht allein künstlerisch, sondern setzte sich auch mit philosophischen Schriften auseinander.

Max Gubler kehrte nach dieser längeren Zeit in Frankreich in die Schweiz zurück und liess sich in Unterengstringen nahe dem Kloster Fahr nieder. Die Landschaften des Limmattals inspirierten ihn zu zahlreichen Bildern. Das Reisen gab der Künstler aber dennoch nicht auf. Über hundert Bilder entstanden beispielsweise nach einer Exkursion nach Venedig. Eine ebenso grosse Schöpfungskraft entfachte in Max Gubler die Aufgabe, Ernest Hemingways Novelle „Der alte Mann und das Meer“ zu illustrieren. Zwischen 1953 und 1957 entstanden in diesem Zusammenhang Hunderte kolorierter Zeichnungen.

Im Jahr 1957 verschlechterte sich Max Gublers Gesundheitszustand drastisch. Er litt unter schweren Depressionen, die eine künstlerisches Schaffen unmöglich und Klinikaufenthalte dringend notwendig machten. 1961 starb seine Frau. Acht Jahre später trat der Künstler aus freiem Willen in die Klinik Burghölzli ein, wo er schliesslich am 29. Juli 1973 starb.

Max Gubler hatte das Glück, zeitlebens auf Förderer und Gönner seiner Kunst zu stossen. Zahlreiche Ausstellungsmöglichkeiten sowie Auftragsarbeiten in öffentlichen Gebäuden wurden ihm zuteil. Trotzdem geriet der zu Lebzeiten hoch geschätzte Künstler nach seinem Tod etwas in Vergessenheit.

Dies obwohl Max Gubler ein äusserst vielseitiges und spannendes Werk schuf. Als junger Künstler experimentierte er mit zeitgenössischen Stilrichtungen, um schliesslich während seiner Zeit auf der italienischen Insel Lipari zu einer eigenständigen Bildsprache zu finden. Max Gubler bevorzugte leuchtende, kräftige Farben. In seinem Spätwerk wandte er sich zunehmend dunkleren Nuancen und abstrakteren Formen zu.