Biographie Oskar Kokoschka

Oskar Kokoschka (1886 - 1980)

Der expressionistische Maler, Grafiker und Schriftsteller Oskar Kokoschka wurde im Jahr 1886 in Pöchlarn (Niederösterreich) geboren.

Ausgerüstet mit einem Stipendium, besuchte Kokoschka von 1905 bis 1909 die Kunstgewerbeschule in Wien. Einer seiner Lehrer war Gustav Klimt.
Gustav Klimt war nicht der einzige, welcher Einfluss auf Kokoschkas Kunststil ausübte: Besonders geprägt wurde Kokoschka zu jener Zeit durch Werke von Vincent van Gogh und Ferdinand Hodler - beides Künstler die ihn tief und nachhaltig beeindruckten.
In der Zeit von Kokoschkas Studienjahren dominierte in der Kunst noch immer der Jugendstil. Erstaunlicherweise lehnte der junge Student diesen Stil ab, obwohl er mit Gustav Klimt - als Lehrer - und dem Architekten und Theoretiker Adolf Loos - als Mäzen - durchaus Kontakt zu Grössen des Jugendstils pflegte.

Zu Alma Mahler – einer jungen Frau, die vielen Kreativen ihrer Zeit Muse war – entbrannte Oskar Kokoschka in ungestümer Liebe. Letztlich blieb diese aber unerfüllt. Das seelische Leiden als Symptom seines Liebeskummers inspirierte Kokoschka zu verschiedenen der bedeutendsten Kunstwerke innerhalb seines Werkes.

Oskar Kokoschka meldete sich als Freiwilliger im ersten Weltkrieg. Er wurde im Kriegsgeschehen schwer verwundet. Dennoch betätigte er sich nach seiner Rekonvaleszenz als Kriegsmaler an der Front.
Im Jahr 1917 zog Oskar Kokoschka nach Dresden. Nur zwei Jahre nach diesem Ortswechsel wurde ihm eine Professur an der dortigen Kunstakademie angeboten. Plangemäss sollte Kokoschka diese Stelle bis ins Jahr 1926 besetzen; bereits im Jahr 1924 wurde er allerdings von diesem Auftrag enthoben.

Die Rückkehr Kokoschkas in seine Heimat Wien im Jahr 1931 war nur von kurzer Dauer: Die politischen Ereignisse zwangen den Künstler 1933 zur Flucht nach Prag. Kokoschkas Kunstschaffen wurde von den Nationalsozialisten als sogenannt „entartete Kunst“ diffamiert. Die Gründung des „Kokoschka Bundes“ 1937 in Prag hatte denn auch folgerichtig zum Ziel, einen Gegenpol zum nazideutschen Kunstunverständnis zu etablieren. Doch auch in Tschechien konnte sich Kokoschka nicht sicher fühlen: Bei der Mobilmachung seines Zufluchtsortes emigrierte der Künstler nach Grossbritannien.
Im Jahr 1946 wurde Oskar Kokoschka die britische Staatsbürgerschaft zuerkannt. Erst knappe dreissig Jahre später – 1975 - nahm er wieder die österreichische Staatsbürgerschaft an.

Auf das Ende des zweiten Weltkriegs folgten erste grosse Ausstellungen für Oskar Kokoschka in Zürich und Basel. Der Künstler war zudem Teilnehmer der documenta I, II und III.

Oskar Kokoschka verbrachte seinen Lebensabend in der Schweiz. Der Vielgereiste – Kokoschka liebte es zeitlebens zu reisen und empfand diese Reisen als Quellen der Inspiration für seine künstlerische Tätigkeit – empfand die Landschaften in Villeneuve am Genfer See als besonders angenehm. Kokoschkas Schaffen im Alter war vielseitig: Neben Ölgemälden, Zeichnungen, Aquarellen und Lithographien schuf Oskar Kokoschka auch Szenenbilder. Als anerkannter Künstler durfte Kokoschka zahlreiche Retrospektiven seines Werkes miterleben.

Oskar Kokoschka arbeitete gegenständlich. Mit Vorliebe malte er Porträts. Typisch für Kokoschkas Porträtbilder ist die eindringliche Aussagekraft der dargestellten Menschen. Das bewusste Darstellen von „Seele“ brachte dem Künstler mitunter den Vorwurf eines „entstellenden“ Blickes auf seine Modelle ein. Oskar Kokoschkas Landschafts- und Stadtansichten bestechen durch ihre Monumentalität, sein grafisches Werk überrascht mit sensibler Strichführung.
Leuchtende Farben nutzte Kokoschka um Expressivität und Sinnlichkeit Ausdruck zu verleihen. Eine Ausnahme in der Farbigkeit seines Werkes bilden die in Dresden entstandenen Arbeiten. Kokoschkas tief empfundene Erschütterung - das Trauma seiner persönlichen Kriegserlebnisse - lässt sich aufgrund der abgeschwächten, gedämpften Farbpalette in seinen Bildern jener Zeit erahnen.
Obwohl Oskar Kokoschka als bekannter expressionistischer Künstler gilt, gehörte er doch nie einer der berühmten expressionistischen Künstlergruppen wie „Die Brücke“ oder „Der blaue Reiter“ an.

Kokoschka war ein feinfühliger Maler, der mit seiner Kunst auf kulturelle, historische und soziale Bedingungen seiner Umwelt zu Beginn  des 20. Jahrhunderts in Österreich-Ungarn beziehungsweise in Deutschland reagierte. Oskar Kokoschka starb im Jahr 1980 in Montreux.