Biographie Ota Sik

Ota Sik (Pilsen 1919 - 2004 St. Gallen)

Schon in jungen Jahren erkannte Ota Sik seine Leidenschaft für die Malerei und entschloss sich aus diesem Grund 1933 zu einem Kunststudium in Prag. Nur ein Jahr später zwang ihn die politische Situation zu dessen Abbruch. Seine Ausbildung zum Künstler beschränkte sich fortan auf den Besuch von Abendkursen.

Sein politisches Engagement gegen die nationalsozialistische Besatzung seines Landes provozierte Ota Siks Inhaftierung. Von 1940 bis zur Befreiung im Jahr 1945 wurde er im Konzentrationslager Mauthausen gefangen gehalten.
In dieser Zeit reifte seine Überzeugung ob der Wichtigkeit seiner politischen Betätigung. Nach seiner Befreiung wurde er Mitglied der kommunistischen Partei und absolvierte ein Studium der Wirtschaftswissenschaften. Seine politische sowie wissenschaftliche Karriere war lanciert. Als Höhepunkt ist sein Amt als Vizeministerpräsident unter Alex Dubcek in der bewegten Zeit des Prager Frühlings hervorzuheben. Sowie ist - nach seiner Emigration in die Schweiz - seine Ernennung zum Hochschulprofessor an der Universität St. Gallen im Jahr 1970 zu erwähnen, ein Amt welches er 19 Jahre lang ausüben sollte. Im Jahre 1983 erhielt er die Schweizer Staatsbürgerschaft.

Berühmt ist Ota Sik als der Schöpfer der Wirtschaftsreformen des Prager Frühlings, die auch unter der Bezeichnung "Der dritte Weg" bekannt wurden. 

Im Jahr 1992 kehrte Ota Sik zu seiner eigentlichen Passion, der Malerei zurück.
Trotz seiner grossen Erfolge politischer und wissenschaftlicher Natur, sah sich Ota Sik selbst primär als Künstler. In fortgeschrittenem Alter widmete er sich der Malerei mit erstaunlicher Vehemenz und voller Experimentierfreude. Ota Sik bevorzugte kräftige Farben und einen expressiven, temperamentvollen Duktus. Einige seiner Werke durchweht eine poetische Note, andere vermitteln Witz und Ironie. Eine eindeutige Bildaussage widerstrebte Ota Sik: ihm war es stets wichtig, den Betrachtern seiner Bilder Raum für eigene Interpretationen zuzugestehen.
Als sein bedeutendstes Hauptwerk betrachtete Ota Sik sein Gemälde "Der grosse Spinner" mit direktem Bezug auf die Zwänge politischer Gewalt jeder Couleur.