Biographie Ernst Emil Schlatter

Ernst Emil Schlatter - ein Maler und Grafiker

Ernst Emil Schlatter (Zürich 1883 - 1954 Uttwil)

Ernst Emil Schlatter wurde am 27. November in Zürich als Sohn eines Schlossermeisters geboren. Seine Familie stammt ursprünglich aus Schaffhausen. Nach einer Lehre als Lithograph beim Polygraphischen Institut Zürich bildete er sich in Stuttgart weiter und fand um 1910 in der Graphischen Anstalt J.E. Wolfensberger in Zürich eine Anstellung.  Er spezialisierte sich auf Plakate und entwickelte  neue Techniken für die Anwendung der Farblithographie, für die er eine ausgesprochene persönliche Neigung und grosse Begabung hatte.

Im Alter von 22 Jahren zog er nach Stuttgart, arbeitete dort zuerst ein halbes Jahr als Lithograph und studierte anschliessend an der Kunstgewerbeschule, die unter Bernhard Pankok einen ausgezeichneten Ruf besass.  Seine Skizzenbücher aus jener Zeit zeigten bereits den weiteren Weg hin zum Künstlerischen.

Am liebsten malte und zeichnete er in der freien Natur, die er als seine höchste Lehrmeisterin bezeichnete.  Er blieb der naturalistischen Darstellung in seinen Werken lebenslang treu, sie entsprach seinem bürgerlichen Charakter.

Nach zwei Jahren  kehrte er nach Zürich zurück, arbeitete als freier Grafiker  und wurde dann Mitarbeiter der Graphischen Anstalten Fretz, Müller und Wolfensberger, Trüb in Aarau, sowie bei O. Hagmann & Söhne, St.Gallen


Einige Plakate von E.E. Schlatter:

https://plakatarchiv.ch/gestalter/Schlatter_Ernst_Emil/documents/doc1//pdf/full.pdf


1910 folgte ein weiterer Studienaufenthalt in München. Hier vollzog sich der Übergang vom Grafiker zum meisterhaften Zeichner von Landschaften und schliesslich zum Kunstmaler.

Zurück in Zürich wurde E.E. Schlatter künstlerischer Leiter der Kunstanstalt Wolfensberger. Nun stand nicht mehr das Handwerk, sondern die Kunst im Vordergrund. Unter den Plakaten, die er persönlich schuf, haben viele ihren künstlerischen Wert bis heute erhalten. Sie sind auch international anerkannt.  Die hohe Qualität seiner Arbeiten, besonders der Städtebilder in Lithographie, brachten im hohe Anerkennung und schliesslich die Berufung an die Kunstgewerbeschule Zürich. Er war während Jahren Präsident der Zürcher Künstlervereinigung.

1920  zog Ernst Emil Schlatter ins schöne Fischer- und Bauerndorf Uttwil am Bodensee, wo  er bis an sein Lebensende als Maler und Grafiker tätig war. Er fand dort seine neue Heimat. Thurgauer Landschaften, vor allem am Bodensee, Darstellungen aus der Bergwelt, aber auch Blumenstillleben wie auch Karikaturen waren seine beliebtesten Sujets. Er schuf auch Serienwerke in Mappen- oder Postkartenform, u.a. „Der Untersee“ um 1910,  „Lithographien aus der Stadt Zürich“ um 1918, „12 Schlösser im Kanton Aargau“ um 1928, „Arosa im Winter“, um 1934, „Der Kanton Thurgau“, 1941.

Ab 1922, als die Satirezeitschrift "Nebelspalter" in Rorschach unter neuer künstlerischer Leitung zu ungeahnten Höhenflügen ansetzte, war auch E.E. Schlatter als Zeichner von skurrilen Karikaturen von Anfang an mit dabei, er arbeitete mehrere Jahre als freier Mitarbeiter für die Zeitschrift (die Bildredaktion leitete der bekannte Künstler Otto Baumberger).

Ernst E. Schlatter war auch Mitglied der internationalen Künstlervereinigung "Der Kreis", die von 1925-1937 bestand. Maler wie Rudolf Wacker, Adolf Dietrich, Heinrich Herzig und Conrad Felixmüller gehörten ebenfalls dieser Gruppe an. Im Jahre 1927 wurde er zum Präsidenten gewählt.

Der vielseitige Maler und Grafiker E.E.S. ist kein revolutionärer Sucher, er bricht nicht aus dem Konventionellen aus. Aber sein künstlerischer Ausdruck ist unverwechselbar, in seinen Landschaften ebenso wie in den meisterhaften Portraits.
Werke von ihm besitzen u.a. die Kunstmuseen St. Gallen, Ulm, Konstanz, Kunsthaus Aarau.

Am 13. September 1954 schloss der Künstler nach kurzer, schwerer Krankheit seine Augen und wurde in Uttwil bestattet.


1943 erschien im Morgarten-Verlag in Zürich eine ausführliche Monographie über Ernst Emil Schlatter, verfasst von Karl Hoenn.
(Mit 68 Abbildungen und 4 Kunstdrucktafeln in Farbe, sowie Illustrationen im Text), im Morgarten-Verlag, Zürich, Conzett & Huber)

Weitere Literaturangaben: 

  • Dino Larese, "Ernst E. Schlatter", Bodensee-Verlag Amriswil, 1953  (Monographie)

  • Künstlerlexikon der Schweiz, XX. Jahrhundert, 2 Bde. Verlag Huber, Frauenfeld, 1958-1961

  • Thieme-Becker, Allgemeines Lexikon der Bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart, 1936

  • Hans Vollmer, Allgemeines Lexikon der Bildenden Künstler des XX. Jahrhunderts 

  • Carl Brun, Schweizerisches Künstlerlexikon

  • Bénézit, "Dictionnaire critique et documentaire des peintres, sculpteurs, dessinateurs et graveurs de tous les temps et de tous les pays"

Ausstellungen:

  • Kunsthaus Zürich und Künstlerhaus ZH: seit 1908, 1913, 1919, 1920, 1923, 1926, 1947

  • Nationale Kunstausstelung: 1912, 1914, 1917

  • Leipzig, Internationale Graphische Ausstellung, 1914

  • Museum der Stadt Ulm, 1928/29

  • Frauenfeld, Rathaus, 1935 und 1953

  • Helmhaus Zürich, 1950 (Künstlervereinigung)

  • Uttwil, Gedächtnisausstellung zum 100. Geburtstag, Seeburg, 1984

 


Ernst Emil Schlatter und seine Arosa-Bilder: 

(mit freundlicher Zustimmung der  Arosa-Zeitung)

"Der Kreis", Ausstellungsplakat von E.E. Schlatter, 1926, Farblithographie

Ernst Emil Schlatter
Landschaft am Bodensee, Öl