Biographie Fritz Gilsi

Fritz Gilsi   (1878 – 1961)

Fritz Gilsi war Maler, Zeichner, Karikaturist und Grafiker. Er wurde am 12. März 1878 in Zürich geboren. Nachdem sein Vater als junger Mann in Wien eine Stelle als Lithograph gefunden hatte, zog die Familie bereits 1879 nach Paris. Dort leitete er ein Atelier für Chromolithographie, dies zu einer Zeit, als der grafische Farbdruck noch in seinen Anfängen steckte. So wuchs der kleine Knabe in Paris auf und ging auch dort zur Schule, wo ihm die Lehrer und Klassenkameraden die französische Sprache lehrten. Nach seiner Schulzeit besuchte er Kurse an der Zeichnungsschule Palissy in Paris.

Im Jahre 1895 kehrte die Familie in die Schweiz zurück – nach Zürich, in die brave Stadt am See.  Der 17-jährige trat nun in die Zürcher Kunstgewerbeschule ein, wo er ausgezeichnete  Lehrer und kunstbegeisterte Mitschüler fand, zum Beispiel den später berühmten Augusto Giacometti.

1897 bildete er sich an der Zeichnungsschule des Gewerbemuseums St. Gallen unter Johannes Stauffacher weiter. Dann trat er in Paris eine Stelle als Industriezeichner für Stoffe und Tapeten an, studierte zudem noch kurz bei Lucien Simon.
Seit 1911 blieb er endgültig in St. Gallen ansässig.  Er war Mitglied der 1903 gegründeten „Walze“, einer Vereinigung von grafisch tätigen Künstlern.  Dort wirkten u.a. auch Giovanni Giacometti, Albert Welti, Eduard Vallet, Ernst Kreidolf und Martha Cunz mit.
1914 erhielt er  an der internationalen Grafikausstellung in München die bayrische Staatsmedaille, zusammen mit Ed. Vallet, Ferdinand Hodler und Max Buri.

Ab 1922 war Fritz Gilsi Hauptlehrer an der kunstgewerblichen Abteilung der Gewerbeschule St. Gallen. Zugleich zeichnete er als Mitarbeiter der Zeitschrift „Nebelspalter“ Karikaturen.  „Es ist nicht Gift und Galle, was Gilsi mit seinem Freund Carl Böckli und anderen der Nebelspalter-Gemeinde zu trinken gibt, es ist perlender Wein, süffig und gesund, der dem Geschehen rundum das rechte Relief verleiht…“ schreibt sein Freund P. Pfiffner in einem Beitrag über F. Gilsi 1953.

Als Künstler ist Fritz Gilsi sehr vielseitig. Als Maler stand der Künstler wie viele seiner Zeitgenossen unter dem Einfluss des grossen Vorbildes Ferdinand Hodler. In ihren jugendstilhaften, dekorativen Formen dokumentieren sie den Zeitgeist der Jahrhundertwende in eindrücklicher Weise. Dies kommt besonders in den Kinderbildnissen seines Sohnes René zum Ausdruck, dem späteren Karikaturisten und Maler.

Neben seinen Gemälden, Radierungen, Karikaturen und Lithographien schuf er viele Ex Libris und Gebrauchsgrafik. Er illustrierte auch Bücher, z.B. von C.F. Meyer „Der Schuss von der Kanzel“.
Von ihm stammen ausserdem Fassadengemälde sowie  Bühnenbilder für das Stadttheater in St. Gallen.