Biographie Fritz Hirzel

Fritz Hirzel  (25.12.1914  -  19.11.2000)

Fritz Hirzel kam am 25. Dezember 1914 als Sohn eines Bodenseekapitäns und Hafenmeisters in Romanshorn zur Welt. Schon früh verlor er seine Mutter. Er besuchte die Primar- und Sekundarschule in Romanshorn, wo er sich anschliessend zum Maler ausbilden liess. Diesen Lebensabschnitt schloss er mit der Lehrabschlussprüfung in Chur im Jahre 1933 erfolgreich ab. Seine Begabung für ästhetische Darstellung zeigte sich bereits dadurch, dass er bereits in den Jahren 1930-32 für einige Zeit auch im Gebiet der Schriftenmalerei tätig war – ein solides Fundament für seine weitere künstlerische Entwicklung.

Innerlich zog es ihn mehr zum schöpferischen Gestalten hin, er liebte die künstlerisch fantasievolle Tätigkeit. Eine zusätzliche Lehre als Schaufensterdekorateur führte ihn in diese kreative Richtung . Nach dem Lehrabschluss 1951 folgte eine weitere Ausbildung zum Grafiker und Kunstmaler an der Kunstgewerbeschule in Basel.

Nach dieser ausgiebigen Lehrzeit zog es den jungen Maler zu Studienaufenthalten nach Paris und München.

Im Jahre 1938 verheiratete er sich mit Elsi Stadelmann in Romanshorn.  Neben seiner künstlerischen Arbeit fand er ein Auskommen im Familienbetrieb „Haus Cardinal“,  dem bekannten Warenhaus für Stoffe und Bekleidung, mitten im Städtchen. Es waren auch die Jahre seines Aktivdienstes, den er bis 1943 leistete.

1947 zog die Familie nach Kreuzlingen. Fritz Hirzel beteiligte sich an Ausstellungen, nahm an Wettbewerben im Grafikbereich teil und arbeitete auch als freischaffender Gebrauchsgrafiker und Berater für Reklamen in seinem eigenen Atelier.

Im Jahr 1951 erfolgte dann der Umzug nach St. Gallen.
In seinem Atelier konnte er sich nun ganz dem künstlerischen Schaffen widmen. Eine geplante Ausstellung musste 1954 abgesagt werden. Wegen einer psychischen Erkrankung, welche erstmals 1949 zum Ausbruch gekommen war, wurde er vorübergehend  in die Klinik Herisau eingewiesen. Doch 1956 konnte er im Atelier seine grafischen Werke in einer Ausstellung zeigen.

Aber seine Gesundheit blieb instabil, auf höchst kreative Abschnitte folgten Zeiten der Krankheit. Was immer geschehen mochte, Fritz Hirzel blieb durch und durch Künstler, er gab nie auf. Es spricht für sein Können, dass er unter solch schwierigen Umständen mit seiner Kunst die sechsköpfige Familie durchbringen konnte.
Auch zwei seiner vier Kinder wählten künstlerische Berufe: Richard Hirzel (geb. 1949) - international bekannt als Clown Pic, sowie der Journalist und Schriftsteller Fritz Hirzel (geb. 1945).


Anfang der 60er-Jahre war er auch in einem eigenen Atelier in Zürich tätig.
1962 bezog er sein Malatelier „Grafenau“  in St. Gallen. Neben seiner permanenten Ausstellung in seiner  Atelier-Galerie an der Spisergasse, die über 20 Jahre bestand, folgten weitere Ausstellungen. Eine grössere 1968 in Chur, aber auch in Zürich, Basel und Baden. Daneben beteiligte er sich an den Ausstellungen der GSMBA in St. Gallen.
In den 90er-Jahren stellte Fritz Hirzel seine Bilder auch in der eigenen Galerie 24 aus, die an der Marktgasse / Schmidgasse in St. Gallen ihr Domizil hatte.

Fritz Hirzel beteiligte sich u.a. an der internationalen Kunstmesse in München.
Weiter nahm er auch an Plakatwettbewerben teil. Unter den Plakaten, die er persönlich schuf, haben viele ihren künstlerischen Wert bis heute erhalten. Sie sind auch international anerkannt.  So etwas das feine Plakat „Wangs – Pizol zur Eröffnung der Schwebebahn  – oder neben anderen auch jenes für Raichle  -  der Schweizer Qualitätsschuh“ im Jahre 1953.

Fritz Hirzel ist einer der begabtesten Künstler der Ostschweiz. Sein Leben war ein stetes Auf und Ab.
Das Gesamtwerk hat regionale Bedeutung und darf nicht in Vergessenheit geraten. 

 

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