Biographie Theo Glinz

Theo Glinz (Lenzburg 1890 – 1962 Horn TG)

Am 6.September 1890 wurde Theo Glinz als Sohn des Zeichenlehrers Theophil Glinz geboren. Er wuchs in Lenzburg auf, erhielt vom Vater schon früh Zeichenunterricht und beteiligte sich bereits 1906 an einer Ausstellung von Lenzburger Malern.

Die erste Ausbildung erhielt er an der Zeichenschule des Gewerbemuseums in St. Gallen. In der gleichen Klasse studierte auch Ignaz Epper, der dort ebenfalls als Stickereientwerfer ausgebildet wurde.

1909 zog er nach Paris, wo er sich dem freien künstlerischen Schaffen zuwandte.  1911 bis 1913 bildete er sich an der Münchner Akademie unter Franz von Stuck und Carl Johann Becker-Gundahl weiter. Es folgte ein weiterer Aufenthalt in Paris,  wo er eine Malschule besuchte , an der u.a. Maurice Denis und Ed. Vuillard lehrten. Dann reiste er nach Siena, lernte dort die Alten Meister und Fresken des 14. und 15. Jahrhunderts kennen, zog dann weiter nach Florenz und Rom.

Von 1915 – 1919 lebte er in St. Gallen, dann bis 1926 in Rorschacherberg im Schloss Wiggen, um sich dann  endgültig 1927 in Horn im Thurgau niederzulassen, wo er 45 Jahre lebte.  Dort wohnte er  im Eingangsbereich des Schlosses - er führte im Gewächshaus, das im Jahre 2000 umfassend saniert wurde,  Wandmalereien aus. Der Künstler war auch in der Kunstszene in St. Gallen bekannt, wo er viele Freunde und Liebhaber seiner Kunst hatte.
Theo Glinz liebte das Reisen, Paris, London, Korsika, Italien und das Tessin waren seine bevorzugten Ziele. Viele Sujets seiner Werke zeugen von diesen Aufenthalten.

Neben seinen Ölgemälden schuf Theo Glinz ein grosses Werk an Grafiken, vor allem Radierungen, Holzschnitte und Lithographien.  Er illustrierte auch viele Bücher, z.B. einige der bekannten Autorin Lisa Tetzner.

Daneben führte er auch wichtige Wandmalereien aus, z.B.  das Deckengemälde im Historischen Museum St. Gallen, oder in der Kantonsschule St. Gallen das  aussergewöhnliche Wandgemälde Odysseus und Nausikaa, das aber 1991 bei Renovationsarbeiten überdeckt wurde.

Aus expressiven Anfängen entwickelte Theo Glinz eine frohe Leichtigkeit in seinen Bildern, die mit ihrer beschwingten Anmut immer wieder Freude bereiten.

Der Künstler starb am 10 Mai 1962 in Horn.