Biographie Willi Koch

Willi Koch  (1909 – 1988) 

Willi Koch über sich selbst 

Geboren 1909 in Stein am Rhein und Bürger von Stein im Toggenburg – und steinig war auch der Weg in den freien Beruf des Malers.

Vom Kindergarten in Stein am Rhein über Frauenfeld-Appenzell-St. Gallen waren es zwar frohe Schuljahre dank verständnisvoller Lehrer. Nach der Kunstgewerbeschule unter Fritz Gilsi und Alfred Stärkle folgten Jahre an der freien Akademie des Lebens. Zürich-Bern-Genf-Frankreich bildeten den Rahmen meiner Studien. Um 1932 bezog ich in Bruggen und ab 1936 an der Hinterlaube in St. Gallen mein eigenes Atelier mit Oberlicht und Aussicht auf Arbeit und Brotverdienst. Gelegenheitsarbeiten wechselten ab mit Aufträgen für Wandmalereien und bescheidenen Verkäufen von Werken der freien Malerei.

Die Beherrschung der verschiedenen Maltechniken erlaubte mir, grössere Aufgaben glücklich durchzuführen. Es entstanden die Wandmalereien in der Kaserne Walenstadt (aus einem Wettbewerb), die Buonfresco-Malerei am Haus zum Greif in St. Gallen, die Wandmalerei im Frauenspital St. Gallen, das Wandbild in der Aula der Verkehrsschule, die Kirche in Wangs, die Ausschmückung des Buffets im St. Galler Hauptbahnhof, das Fresco am Gemeindehaus Muolen, dasjenige am Bajazzo, das Gossauer Landsgemeindebild im Ochsen zu Gossau und eine Frescosecco-Malerei im Empfangsraum der Firma Bischoff-Textil in St. Gallen.

Arbeiten mehr zeichnerischen Charakters waren Aufträge der PTT (Briefmarken, u.a. Bahnhof von Rorschach).
Mit Johann Linder zusammen entstanden die vielen Schnitzelbankblätter.

1943 schuf ich für das Comité pro St. Gallen den Umzug „Fahrendes Volk im Wandel der Zeiten“ und in der Hechtbar die dekorativen Wandmalereien. Einen letzten grossen Auftrag führte ich für die Stadt St. Gallen im Halden-Schulhaus aus.

1946 erhielt ich den schönen Auftrag, am Thurgauischen Lehrerseminar Zeichenunterricht zu erteilen. Anfänglich einige wenige Stunden, mit der Zeit aber, bis zu meinem Abschied, ein volles Pensum. Einen weiteren Lehrauftrag erhielt ich am Industrie- und Gewerbemuseum St. Gallen (jetzt Schule für textiles Gestalten). Das Unterrichten im Zeichnen erfüllte mich mit grosser Genugtuung, und die Arbeit für die Jugend ist mir in bester Erinnerung und prägte einen grossen Teil meines Lebens.

Auf vielen Reisen fand ich die Begegnung mit der Vielfalt und der echten Schönheit der realen Welt – und ich hoffe, dass ich diesen Reichtum auch meinen Mitmenschen in meinem Schaffen vermitteln kann.