Stiche und Grafik

Ein kurzer Überblick

Die Erfindung des Buchdruckes Mitte des 15. Jahrhunderts veränderte das Angebot an Wissen und Bildung schlagartig. Es war eine technische Revolution. Die Herstellung und Verbreitung der Bücher führte zu einer riesigen Nachfrage nach Bildern, die als Illustrationen in ein gedrucktes Werk eingefügt werden konnten. 

Bisher konnten ja nur original gemalte Arbeiten angefertigt werden, was sehr teuer war und darum nur einem kleinen elitären Kreis vorbehalten blieb. Zur Reproduktion blieb einzig das manuelle Kopieren.

Es begann die Zeit der Originalgrafik, d.h. dass Bilder von Druckstöcken und Platten direkt auf das Papier übertragen werden konnten.

Anfangs wurden die Inkunabeln, also die Wiegendrucke des Buchdruckes, mit Holzschnitten illustriert.
Ein sehr bedeutendes Werk entstand im Jahre 1493, die Nürnberger Chronik von Hartmann Schedel, auch Schedelsche Weltchronik genannt. Besonders die Stadtansichten und Landkarten, erstmals in der Geschichte druckgraphisch dargestellt, sind historisch wie auch künstlerisch von grosser Bedeutung.

Es folgte die Cosmographia“ 1544 von Sebastian Münster, eine „Beschreibung aller Lender durch Sebastianum Munsterum, in welcher begriffen Aller völcker, Herrschafften, Stetten und namhafftiger flecken, herkommen…“, die ebenfalls reich mit Holzschnitten versehen war und grosse Verbreitung in ganz Europa fand.

Auch in der Schweiz entstand ein bedeutendes Werk: die erste grosse illustrierte "Chronik der Eidgenossenschaft" von Johannes Stumpf im Jahre 1548, die bei Froschauer in Zürich gedruckt wurde. Die vielen Holzschnitte zeigen oft die ältesten gedruckten Ansichten von Schweizer Ortschaften.

Mit dem Kupferstich, der in den Veduten im grossen Städtebuch „Civitates orbis Terrarum“ von Braun und Hogenberg 1572 erstmals einen Höhepunkt erlebte, begann die Zeit des Tiefdruckes in der Grafik, die bis ins frühe 19. Jahrhundert andauerte. 

Für die Schweiz bedeutende Werke schufen Mathäus Merian mit der „Topographia Germaniae“ um 1642, später David Herrliberger mit dem Werk „Topographie der Eidgenossenschaft“ 1754, dann auch die fünfbändige Ausgabe von Baron Zurlauben um 1780 „Tableaux topographiques, pittoresques…“ mit 430 Kupferstichen.

Besonders erwähnenswert sind auch die Schweizer Kleinmeister, die der Berner Zeichenschule um Johann Ludwig Aberli entstammten. Diese entwickelten um 1750  die Technik der Umrissradierung nach Aberli‘scher Manier. Weil nur die Umrisse der Zeichnung auf die Platte radiert wurden, entstand nach dem Kolorieren eine Vedute, die künstlerisch einem Aquarell oder einer Gouache nahe kam und von Sammlern bis heute sehr begehrt sind.

Mit der Industrialisierung im 19. Jahrhundert kamen neue Techniken auf: Die Lithographie (Steindruck), erfunden durch Alois Senefelder, weiter der Stahlstich als vorherrschende Technik bis ca. 1870, und als letzte Grafik vor der Erfindung der Autotypie schliesslich noch der Holzstich.

Die Darstellungen wurden genauer, die Details feiner ausgearbeitet. Damit wurden auch die Veränderungen im Stadtbild und in der Landschaft für die spätere Zeit viel  besser dokumentiert. Sie sind einzigartige Zeugen ihrer Zeit und bieten einen faszinierenden Blick in die Verhältnisse wie auch in die Entwicklung vergangener Epochen.

Künstlerisch authentische Originale aus der Zeit erweitern unser Verständnis für geschichtliche Zusammenhänge bis hin zur Gegenwart. Sie vertiefen unser Wissen auf emotionale Weise.

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